Redeangst: Was in Deinem Körper passiert und warum Du sie nicht loswerden solltest
In der 5. Klasse hatte ich meinen ersten richtigen Vortrag in der Schule. Ich hatte mich vorbereitet, die Overhead-Folien sorgfältig gedruckt und sortiert, alles war bereit. Und dann, kurz bevor es losging, verteilte der Lüfter des Overhead-Projektors die Folien im ganzen Klassenzimmer. Alle lachten und ich stimmte mit ein. Dann sammelte ich die Folien auf und setzte meinen Vortrag fort.
Bei meiner zweiten Präsentation funktionierte der Beamer nicht. Ich stellte das Thema nur mit dem Laptop auf meinem Schoß vor.
Beides passierte in derselben Klasse innerhalb weniger Wochen. Und beides war, wie ich heute weiß, einfach nur Pech. Trotzdem war ich die Male danach unglaublich nervös. Mein Körper war in höchster Alarmbereitschaft. Rückblickend hatte ich durch positive Erfahrungen Glück, dass ich keine Redeangst entwickelt habe.
Denn mit der Zeit hat sich das verändert. Heute spüre ich vor Auftritten als Moderator oder Trainer keine lähmende Nervosität mehr, sondern etwas, das sich eher wie positive Aufregung anfühlt. Den Unterschied hat nicht die Zeit gemacht. Sondern das Verständnis dafür, was in meinem Körper eigentlich passiert, wenn ich gleich auf die Bühne gehe.
Konkrete Strategien gegen Redeangst habe ich bereits in meinem Beitrag über Angst vor Präsentationen aufgeschrieben. Hier geht es um etwas anderes: Was passiert eigentlich in uns, bevor wir auf die Bühne gehen?

